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  • eliasbechtloff

Die große Tour durch Bajo Piura

Aktualisiert: 11. Apr.

Nachdem nun doch schon einiges an Zeit vergangen ist (in den letzten paar Wochen ist verdammt viel passiert, aber mehr dazu im nächsten Blogeintrag) geht es ausschließlich um die große Tour durch Bajo Piura, die ich schon im letzten Blogeintrag erwähnt habe (Als Bajo Piura bezeichnet man hier die ländlichen Zonen Piuras).

Am Sonntag den 15. Oktober war es nämlich endlich so weit, die große Tour durch die Centros Poblados von Piura, in denen CANAT arbeitet, fand nach einer sehr langen Organisationsphase endlich statt.

Das Ziel der Tour war dabei einerseits

Natürlich waren wir nicht in allen Centros Poblados von Bajo Piura, allein im Distrikt La Arena, gibt es über 20 Centros Poblados, daher arbeitet CANAT natürlich nicht in allen sondern konzentriert sich auf die beiden Centros Poblados Casa Grande und Loma Negra, sowie Monte Castillo, was Teil des Distrikts Catacaos ist. Durch diese beiden Centros Poblados verlief auch die Tour.


Zuerst waren wir in Huaca Chaquira, einer prähispanischen, archäologischen Stätte. Hier wurden Keramikreste der Tallán-Kultur, sowie Speicher mit Mais und Baumwolle gefunden. Bei weiteren Ausgrabungen, hat man zudem festgestellt, es handelt sich hier wahrscheinlich um ein administratives Zentrum. Außerdem findet man hier sehr viele kleine Muscheln, die hier von den frühen Bewohnern vermutlich als eine Art Währung oder so hingebracht worden sind.

Außerdem gab es eine artistische Repräsentation einer Opfergabe an die Erde wie es in der Kultur der Tallán typisch war.



Weiter ging es mit der Casa Hacienda von Chochoya, wo vor der großen Landreform von Peru, die Arbeiter ihre Aufgaben nicht pflichtgemäß erledigten, bestraft wurden. Die ist zwar heute nur noch eine Ruine, aber die Geschichte dahinter ist sehr interessant.

Die riesigen Haziendas in Peru entstanden durch die Landkonzentration während der spanischen Kolonisation, als spanische Grundbesitzer Parzellen erhielten, die zuvor den Ureinwohnern gehörten. Nach der Unabhängigkeit Perus wurden Einschränkungen für Landbesitzer aufgehoben, was zu einer massiven Ausdehnung der Haziendas auf Kosten der indigenen Gemeinschaften führte. Mit der Landreform in den 1960er-Jahren wurden diese in große landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften überführt, allerdings dauerten diese nicht lange an, was schließlich in kleinbäuerlichen Strukturen resultierte.



Als nächstes ging es dann nach Casa Grande, wo wir zunächst auf dem großen Plaza de Armas (jede Stadt/Siedlung/Ortschaft hier in Peru - egal wie groß oder klein sie ist - hat einen zentralen Platz namens Plaza de Armas) empfangen wurden. Da aber gerade noch Gottesdienst (Es war Feiertag zu Ehren des „Señor Cautivo de Ayabaca“), wurden wir erstmal in das Haus von einem der lokalen Autoritäten geführt. Dort konnten wir den Frauen dabei zusehen, wie sie einige traditionelle Speisen, wie Hühnersuppe oder Copus, für das große Festmahl zubereitet haben.

An diesem Beispiel sieht man sehr gut den Machismo, der hier in Bajo Piura sehr weit verbreitet ist. Es waren nur Frauen, die schon um 5 oder 6 Uhr morgens angefangen haben zu kochen, von den Männern hat kein einziger mitgeholfen.



Anschließend wurden wir in der Kirche offiziell willkommen geheißen und wir konnten mit ansehen, wie ein Ebenbild des Señor Cautivo unter Begleitung der örtlichen Band/Blaskapelle aus der Kirche herausgetragen wurde, was sehr schön anzusehen war.



Weiter ging es in Loma Negra, wo wir zunächst die „Casa de Cultura y Turismo“ (Haus der Kultur und des Tourismus) besichtigt haben, bevor wir uns auf den Weg zu den Dünen von Loma Negra gemacht haben. Die Casa de Cultura ist wie eine Art winziges Museum, wo verschiedene historische Gegenstände und Zeitungsartikel aus der Geschichte von Loma Negra ausgestellt sind. Natürlich wurde uns hier auch kurz etwas über die Geschichte von Loma Negra erzählt.


Bildquelle: https://walac.pe/visita-la-arena-un-distrito-con-historia-y-tradicion/

Zu den Dünen gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, außer dass sie sehr schön waren und der etwa halbstündige Fußweg dahin sich auf jeden Fall gelohnt hat, trotz der in Piura allgegenwärtigen Hitze (es fühlt sich dank El Niño an als wäre hier das ganze Jahr Sommer).



Zum Abschluss gab es in Loma Negra noch eine Vorführung eines traditionellen Tanzes und schlussendlich durften wir noch Copús probieren.

Copús ist ein typisches peruanisches Gericht, dass vor allerm zu festlichen Anlässen zubereitet wird. Dabei werden die Zutaten (reife Kochbanane; Camote (Ein Typ von Süßkartoffel); Yuca; Truthahn) in einem unterirdischen Lehmofen gegart werden.



Es hat jetzt leider doch fast einen ganzen Monat gebraucht, bis ich dazu gekommen bin, diesen Blogeintrag fertigzustellen, weil in den letzten Wochen unglaublich viel passiert ist. Zum Beispiel war ich kurzfristig für eine Nacht in Ecuador, es gab den Día de los Muertos, auch wenn der hier nicht so ausgiebig gefeiert wird, wie in Mexiko, und diese Woche hatten wir auch fast jeden Abend Programm, weil die spanischen Freiwilligen nächste Woche schon wieder abreisen und deshalb jetzt noch alle möglichen events stattfinden, damit sie die noch mitnehmen können. Doch das alles würde den Rahmen dieses Blogeintrags sprengen, weshalb ich dazu im nächsten Blogeintrag ausführlich berichten werde. Abonniert also gerne meinen Blog, wenn ihr das nicht schon längst getan habt, um per email benachrichtigt zu werden, wenn ich den nächsten Blogeintrag veröffentliche.


Adiós und bis zum nächsten mal,

Elias

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